#Rhetoriktipp 28 Fallen Sie mit der Tür ins Haus

Haben Sie schon einmal nachgezählt, wie oft Sie mit den Worten „Guten Tag meine Damen und Herren. Es ist mir eine besondere Ehre heute vor Ihnen zu sprechen. Mein Thema heute….“ angesprochen wurden?

Ein passender  Ohrenöffner ist die beste Eröffnung für eine Rede oder einen Vortrag und Ihr Schlüssel zum Zuhörer oder wie in diesem Fall, dem Leser.

 

Der erste Satz ist wie der erste Eindruck

Ob es die erste Rede Gaucks als Bundespräsident war oder andere Reden – die meisten beginnen mit einer Litanei der Begrüßungen. Dem Protokoll mag dies entsprechen – dem Herzen der Zuhörer selten.

Sorgen Sie für eine ordentliche Vorstellung des Redners und fallen Sie mit den ersten Sätzen direkt mit der Tür ins Haus.

Ordentliche Vorstellung des Redner

Anstatt einer langen Vorstellung der eigenen Person und der Erklärung warum Sie hier für wen sprechen, empfehle ich eine Vorstellung Ihrer eigenen Person als auch einen groben Überblick über Rede gibt ein Moderator.

Aus TV-Shows kennen wir das bereits – fast immer eingelungenes Konzept.

In anderen Kulturen ist es Gang und Gebe, dass sich die Redner nicht selbst vorstellen oder das Publikum umfangreich begrüßen, dafür gibt es ja die Moderatoren bzw. Showmaster, Eventmanager etc.

Hier eine kleine Begebenheit wie mancheiner auf eine solche Vorstellung reagiert!

„(Sie erwidern auf eine freundliche Einführung:) Das war eine sehr freundliche Einführung und dafür danke ich Ihnen. Es erinnert mich an eine Geschichte. Ein amerikanischer Einführungsredner, in den angelsächsischen Ländern nennt man ihn Toastmaster, stellte dem Publikum den US-Präsidentschaftskandidaten Adlai Stevenson vor. Der Redner dachte, er hätte wirklich alles Lobenswerte vorgebracht und kein Kompliment ausgelassen. Um so überraschter war er, als Stevenson mit den Worten begann: „Herzlichen Dank, Sir, das ist die zweitfreundlichste Einführung, die mir je zuteil wurde.“ Das wurmte den Toastmaster sehr. Er war sich sicher, mit seinen Bemerkungen so weit gegangen zu sein, wie man nur konnte, ohne rot zu werden. Stevenson, der den Verdruß natürlich bemerkte, gab folgende Erklärung: „Bei früherer Gelegenheit ist einmal der Gastgeber so heiser gewesen, daß er unmöglich meine Begrüßung übernehmen konnte. Unter diesen Umständen habe ich mich halt selbst vorstellen müssen …“ Ich habe mich bisher noch nie selbst vorstellen dürfen, deshalb erlauben Sie mir zu sagen, ich habe noch nie eine schmeichelhaftere Einführung bekommen.“
Dieses Beispiel stammt von Sylvia Simmons, amerik. Redenschreiberin u. Publizistin  Quelle

 

Probieren sie es einfach einmal aus – auch in Teamsitzungen oder anderen Meetings setzt es sich mehr und mehr durch, vorgestellt zu werden. Da stellt eine lange umfangreiche Begrüßung nur einen neuen rhetorischen Wiederstand da, den Sie später abbauen müssten.

Mit der Tür ins Haus fallen

Das predige ich in fast allen Seminaren und Vorträgen. Die „Aufmerksamkeit der Zuhörer erheischen“ – attentum parare – ist die einzige und wichtigste Aufgabe Ihrer ersten Sätze. Dazu gehört es auch, dass Sie deshalb mit der Tür ins Haus fallen, bzw. mitten im Thema stehen.

Erst dandach empfehle ich Ihnen einen kurzen Abriss Ihrer Rede zu geben und dann eine handwerklich gute Rede zu präsentieren.

Mein bisher erfolgreichster Ohrenöffner war der folgende: Wie legen wir unseren Chef erfolgreich um? (Podcast)

 

Übrigens, wenn es Ihnen schwer fällt den passenden Ohrenöffner zu finden oder Sie sich in der Vorbereitung Ihrer Rede unsicher fühlen, dann nutzen die Redner-Karte.

Mit welchen Ohrenöffnern sind Sie ins Haus gefallen? Hinterlassen Sie einen Kommentar und beschreiben Sie kurz wie Ihr Ohrenöffner funktionierte und um welches Thema es in Ihrem Vortrag ging. Danke.

 

 

 

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copyright 2020 Judith Torma Gonçalves, M.A.