Woher stammt eigentlich die Rhetorik? #10minBlog

Rhetorik ist für manche ja schon fast ein Schimpfwort und Politiker werden oft als Rhetoriker bezeichnet – Zeit mit diesen beiden Begriffen aufzuräumen.

Woher stammt die Rhetorik?

Diese Frage stellte mir Maren Maschenko gestellt.

Ich dachte zuerst – na ist doch klar in Griechenland, in der Antike. Es lohnt sich aber noch einmal genau hinzuschauen.

Rhetorik geht für mich Hand in Hand mit der Entwicklung der Demokratie in Athen und anderen Polis der Zeit. Damals mussten Bürger Ihre Anliegen in großen Arenen vortragen und eine Mehrheit der wahlberechtigten Bürger überzeugen.

Wie heute auch – nicht jeder war ein geborener Redner

Logographen schrieben für Bürger oft Reden und halten ihnen so ihre Ziele zu erreichen. Wer auch das noch nicht so richtig hinbekam, der lies dann auch noch andere für sich Reden.

Aus dieser Situation haben sich verschiedene Berufe entwickelt:

  • Rechtsanwalt
  • Redenschreiber
  • Politiker
  • Logographen (Lehrer die die Aussprache schulten)
  • und dann auch Rhetoriker

– also Menschen, die anderen beibrachten, wie Sie öffentlich reden können.

Mit den Lehrern der Rhetorik – der eher unbekannte Korax war einer der ersten –  gründeten Schulen und zeigten so wie Rhetorik sich erlernen lässt und im Alltag angewendet wird.

Rhetorik und Demokratie gehen Hand in Hand

Gerade in der frühen Antike war es eine Kunst des Beobachten und dann entstand daraus Lehren. Die wohl umfangreichste aus dieser frühen Phase schreib Aristoteles – doch Sie verbrannte in der Bibliothek von Alexandria und auch andere Exemplare sind uns nicht überliefert.

Aber Aristoteles wurde immer wieder von anderen Lehrern zitiert und herangezogen. So ist uns also sehr altes Wissen erhalten geblieben. Aber immer in der Blühte der Demokratie blühte auch die Rhetorik.

Immer dann wenn es in der Vergangenheit zu politischen Extremen kam, gab es auch Extreme der Rhetorik – häufig der Manipulation und Propaganda unterworfen.

Wünsche mir heute mehr Rhetorik und gute Redner – die Rhetoriker – das sind Wissenschaftler.

In der Antike sowohl in Griechenland und in Rom – galt die Rhetorik viel. Sie gehörte so gar zur Septem Artes Liberalis. Alle die eine Ausbildung genossen – meist nur die Jungen, aber gelegentlich auch junge Frauen, wurden in der Rhetorik geschult – denn reden und überzeugen war schon immer wichtig.

Für unser aller Wohl wünsche ich mir, dass mehr junge Menschen die Rhetorik für sich entdecken – wie zum Beispiel in den Veranstaltungen von Jugend debattiert oder Jugend präsentiert oder den zahlreichen Debattierklubs an Schulen und Universitäten.

Dann folgt „vielleicht unter Umständen, möglicher Weise, wer weiß das schon“ – wieder eine Zeit, in der das Wort und nicht die Waffe die Mengen überzeugt.

Mit guter Rhetorik wird  die Welt bestimmt wieder zu einer ruhigeren.

Dieser Beitrag entstammt im Rahmen der #10minBlog von Maren Maschenkow.

 

10. Juli 2018
copyright 2018 Judith Torma Gonçalves, M.A.