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#Aufschrei auf Twitter und was ist im realen Leben dadraußen?

Heute morgen überraschte mich ein Twitter Hastag und ich holte tief Luft. #Aufschrei

Für mich persönlich gibt es wenige Momente, aber ja es gibt diese Momente, in denen ich mich als Frau herunter gesetzt fühlte.

Aus Erlebnissen lernen

Fast schrieb ich aus meinen Fehlern lernen. Es war aber nicht mein Fehler, sondern der eines „Studienfreundes“. Wenn ich es genau betrachte, dann war es auch der Grund warum wir nicht in der digitalen Welt verlinkt sind, obwohl uns viele Gemeinsamkeiten und ehemalige Studienfreunde verbinden.

Ich habe aus diesem Erlebnis gelernt und für mich Konsequenzen gezogen. Daher gehe ich seit meinem Studium mit diesen Männer-Frauen-Situationen ganz anders um.

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Privates ausplaudern geht unter die Gürtelline

Zu meinen Studienzeiten ging ich jeden Donnerstagabend zur Tübinger Debatte. Der ältesten studentischen Debatte in Deutschland. Wir waren gerade so richtig schön am Streiten und ich merkte, wie es der Gegenseite die Luft nahm. Ihnen gingen die Argumente aus und die Gunst des Publikums galt meiner Seite. Da plötzlich aus heiterem Himmel geschah es; mein Gegenüber – der beste Freund meines Ex-Freundes – plauderte ohne Zusammenhang Privates aus. Nichts der hatte mit dem Thema zu tun – aber schwupp standen da Aussagen im Raum… Ich holte tief Luft, führte die Debatte zu Ende und verlor bei der Abstimmung.

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War mein Fell zu dünn, fragte ich mich?

Im Anschluss an diese Debatte in gemütlicher Runde in der Kneipe nebenan – spielte ich mit. Setzte ein freundliches Gesicht auf und lächelte. Warum hatte ich mich nicht gewehrt? Diesen Bastardt – ups nein, meinen Gegenspieler nicht in die Schranken gewiesen? Warum lies ich mir das gefallen? Haben die anderen das auch alle gehört und geschwiegen? Oder war mein Fell einfach zu dünn? Wenn ich in die Debattenlandschaft will, dann muss ich das doch aushalten können oder nicht?

Da ging mir der Gedanke durch den Kopf, vielleicht sollte ich das beim nächsten Mal auch machen. Ich weiß schließlich genug über diesen Typen. Bei diesem Gedanken sträubte sich alles in mir. Auf dieses Niveau wollte ich nicht sinken. Es musst doch etwas anderes geben?

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Schlechte Nachrichten reisen schnell

Beim Glas Wein tauschte ich mich mit anderen Studienkolleginnen aus und plötzlich gab es immer mehr Geschichten. Ähnlich wie meine. In diesem Moment hätten wir aufstehen und sagen sollen: „So nicht mein Freundchen“. Wir taten es jedoch nicht. Stattdessen wurden diese Geschichten wiederholt, ausgiebig und immer weitere Übergriffe gesellten sich dazu. Von diesem jungen Mann und anderen. Die Situationen waren sich oft ähnlich – Angriff, Schwanz einziehen und mit anderen Frauen darüber reden.

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Der heutige Hashtag #Aufschrei öffnet vielleicht Ohren und Münder

Als ich gegen 10 Uhr den Hashtag #aufschrei las – war ich wie vor den Kopf geschlagen. So was gibt es doch nicht.

Für mich gibt es das nicht – nicht mehr. Vergreift sich heute jemand – ein Mann, in seiner Wortwahl, oder die Augen wandern über den Busen oder die Hand streift auf der Schulter oder er hält meine Hand zu lange in seiner – dann reagiere ich! Körperlich und verbal.

Dazu werde ich einen ausführlichen Rhetoriktipp zusammenstellen und hier mit allen Leserinnen und Lesern teilen. Ich bin mir sicher- damit geht es Ihnen – meine Damen bald besser und den Männer wird bewusst, dass sie hier eine Grenze überschreiten, die kein Zurück mehr zu lässt.

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Aufruf an meine Leserinnen und Leser!

Mund aufmachen! Der Twitter #Aufschrei ist ein Anfrang. Nicht mehr schweigend dabeistehen oder weggehen. Sobald diese Übergriffe angesprochen werden – sind sie nicht mehr so gefährlich für sie selbst. Lösen jedoch Druck auf den Übergreifenden aus. Sprechen Sie es offen aus, werten Sie es ab und fordern Sie ein angemessenes Verhalten! Leben Sie es selbst auch anderen vor – gerade gegenüber Kindern! Sie sind unsere Zukunft.

 

copyright 2020 Judith Torma Gonçalves, M.A.